Chronik

John B. Priestley:  "Villa Glückspilz"

Februar 2003
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20.-22. Februar 2003: Theateraufführungen (Theatersaal, Haus Teltow)
Regie: Eigenregie
Musik: Marco Consiglio
Bühnenbild: Christof Brumm
Beleuchtung: Christof Brumm
Organisation: Elke Brumm

  "Paulusblätter" (11/2002):
Gegen Verlogenheit und falsche Moral richtet sich die neuste Produktion der Theatergruppe Schattenlichter. Die seit 1985 in Paulus ansässige Gruppe probt derzeit das Stück 'Villa Glückspilz' von John B. Priestley. Weniger bekannt als Priestleys 'Ein Inspektor kommt', das die Schattenlichter 1999 im Großen Saal unseres Gemeindehauses aufführten, weist 'Villa Glückspilz' zahlreiche Parallelen auf. So sind beide Stücke zeitlos gültig und Priestley setzt sich sehr genau mit seinen Charakteren auseinander: Er enthüllt Stück für Stück ihre Verlogenheit, ihr Besitzstandsdenken, ihre Moralvorstellungen und ihren kleinbürgerlichen Geist. Dies gelingt ihm mit Witz und Ironie, aber auch mit spannenden, beinahe kriminalistischen Elementen. Allerdings zählt 'Villa Glückspilz' zu Priestleys frühen Stücken (1933), so dass zum 'Inspektor' (1946) eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen ist. Im vergangenen Jahr hatten die Schattenlichter keine Zu- oder Abgänge zu verzeichnen: George — dargestellt von Marco Consiglio, seit 1988 bei den Schattenlichtern — ist anscheinend ein braver, wohlhabender Geschäftsmann mit langweiligen Hobbys, der in seiner 'Villa Glückspilz' in einem gutbürgerlichen Londoner Vorort lebt. Auch seine Ehefrau (Sigrid Gan-Lange, seit 2001) und sein Nachbar (Oliver Koths, seit 1992) entsprechen anscheinend den typischen Klischees. Seine Tochter (Elke Brumm, seit 1986) beklagt sich über das öde Leben, das ihr ihre spießigen Eltern bieten. Ihr Verlobter (Felix Zemlin, seit 1988) sowie ihre Tante und ihr Onkel (Kristina Lane und Rolf Stangl, beide seit 2001) haben nur ein Ziel: an Georges Geld zu gelangen. Da überrascht sie George mit der Nachricht, sein Vermögen sei nicht ehrenhaft erworben worden. Stimmt das? Und kann man solches Geld annehmen? Aufgrund des Umbaus des Gemeindehauses verlegten die Schattenlichter ihre Proben- und Aufführungsstätte im September 2001 in das ebenfalls am Teltower Damm liegende, aber zum Bezirksamt gehörende 'Haus Teltow'. Hier werden sie auch 'Villa Glückspilz' aufführen, und zwar am 20., 21. und 22. Februar 2003, jeweils um 20 Uhr. Die 'Paulusblätter' werden rechtzeitig daran erinnern. Mit den Eintrittspreisen von 5 bzw. 3 Euro deckt die Theatergruppe ihre Ausgaben für Bühnenbild, Kostüme, Technik und Werbung. Wer mehr über die Schattenlichter wissen möchte oder sich Kritiken und Fotos vergangener Aufführungen ansehen will, informiere sich im Internet unter www.theatergruppe-schattenlichter.de, wer im Dezember/Januar beim Bühnenbau helfen möchte, kann über schattenlichter@gmx.de oder über Telefon 8 111 333 Kontakt aufnehmen." (elk)

"Paulusblätter" (1/2003):
"Volljährig wird in diesem Jahr die Theatergruppe Schattenlichter: Schon vor 18 Jahren wurde die Laienspielgruppe in 'Paulus' gegründet. Seither erfreuen die 18- bis 53-Jährigen die Südberliner Theaterbesucher jedes Jahr mit einer neuen Aufführungsreihe. Meist stehen zeitkritische Autoren des 20. Jahrhunderts auf dem Programm des Dutzends Hobbyschauspieler, die ohne Regisseur arbeiten. — Die neuste Produktion, 'Villa Glückspilz' von John B. Priestley, kommt im Februar 2003 zur Aufführung. (Die 'Paulusblätter' berichteten in Ausgabe 11/2002.) Wegen des Umbaus des Gemeindehauses spielen die Schattenlichter jedoch derzeit nicht in 'Paulus', sondern im ebenfalls am Teltower Damm liegenden 'Haus Teltow'. Hier wird 'Villa Glückspilz' am 20., 21. und 22. Februar 2003 jeweils um 20 Uhr zu sehen sein. Mit dem Eintrittspreis von 5 Euro deckt die Theatergruppe ihre Ausgaben für Bühnenbild, Kostüme, Technik und Werbung. — Karten gibt es ab 5. Februar in der Paulus-Küsterei (Teltower Damm 4-8) oder im Zehlendorfer Kultur-Kiosk (Teltower Damm, Ecke Berliner Straße). Vorbestellungen sind ab sofort möglich: unter der Telefonnummer 8 111 333, per Fax unter 84 72 49 77, per E-Mail unter schattenlichter@gmx.de sowie im Internet unter www.theatergruppe-schattenlichter.de." (elk)
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"www.theaterboerse.de" (1/2003):
"Die Schattenlichter sind seit 18 Jahren in Zehlendorf aktiv. Spielstätte ist — wie im Vorjahr — das 'Haus Teltow' am Teltower Damm 228 in Zehlendorf-Süd. — John B. Priestley: 'Villa Glückspilz', Donnerstag, 20. Februar 2003, 20 Uhr, Freitag, 21. Februar 2003, 20 Uhr, Sonnabend, 22. Februar 2003, 20 Uhr; 'Haus Teltow', Teltower Damm 228, 14167 Berlin, Zehlendorf-Süd (Bus 110, X10 'Am Rehwechsel'); Eintritt: 5 Euro; Schüler und Studenten 3 Euro; Kartenverkauf ab sofort im Zehlendorfer Kultur-Kiosk (Teltower Damm, Ecke Berliner Straße) und in der Küsterei der Zehlendorfer Paulus-Gemeinde (Teltower Damm 4-8); Kartenvorbestellungen: per Telefon (8 111 333) und Fax (84 72 49 77), E-Mail (schattenlichter@gmx.de) und Internet (www.theatergruppe-schattenlichter.de). — Zum Stück: George ist anscheinend ein braver Geschäftsmann mit langweiligen Hobbys, der in einem gutbürgerlichen Londoner Vorort lebt. Seine Tochter beklagt sich über das öde Leben, das ihre spießigen Eltern ihr bieten. Ihr Verlobter sowie ihre Tante und Onkel haben nur ein Ziel: an einen Teil von Georges Vermögen zu gelangen. Da überrascht sie George mit der Nachricht, sein Vermögen sei nicht ehrenhaft erworben worden. Stimmt das? Und kann man solches Geld annehmen? — Weitere Details unter www.theatergruppe-schattenlichter.de."
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  "www.steglitz.de" (Februar 2003):
"Haus Teltow, Teltower Damm 228, 14167 Berlin Zehlendorf-Süd (Bus 110, X10, Am Rehwechsel): Die Theatergruppe Schattenlichter spielt John B. Priestley: 'Villa Glückspilz'. — George ist anscheinend ein braver Geschäftsmann mit langweiligen Hobbys, der in einem gutbürgerlichen Londoner Vorort lebt. Seine Tochter beklagt sich über das öde Leben, das ihre spießigen Eltern ihr bieten. Ihr Verlobter sowie ihre Tante und Onkel haben nur ein Ziel: an einen Teil von Georges Vermögen zu gelangen. Da überrascht sie George mit der Nachricht, sein Vermögen sei nicht ehrenhaft erworben worden. Stimmt das? Und kann man solches Geld annehmen? — 'Villa Glückspilz', im Original 'Laburnum Grove', wurde 1933 geschrieben und zählt zu Priestleys frühen Stücken. Wie in Priestleys Zeitstücken üblich, prangert der Autor Verlogenheit und falsche Moral an. Ähnlich wie in seinem berühmtesten Stück 'Ein Inspektor kommt' (1946) wendet Priestley in 'Villa Glückspilz' kriminalistische Elemente an. — Eintritt: 5 Euro; Schüler und Studenten 3 Euro; Kartenverkauf ab sofort im Zehlendorfer Kultur-Kiosk (Teltower Damm, Ecke Berliner Straße) und in der Küsterei der Zehlendorfer Paulus-Gemeinde (Teltower Damm 4); Kartenvorbestellungen: per Telefon (8 111 333) und Fax (84 72 49 77), E-Mail: schattenlichter@gmx.de und Internet www.theatergruppe-schattenlichter.de."

"Tip Online" (Februar 2003):
"Villa Glückspilz (Schattenlichter): George ist ein braver Geschäftsmann mit langweiligen Hobbies. Seine Tochter beklagt sich über das öde Leben, das ihre spießigen Eltern ihr bieten. Ihr Verlobter sowie ihre Tante und Onkel haben nur ein Ziel: an einen Teil von Georges Vermögen zu gelangen. – Ort: 'Haus Teltow', Teltower Damm 228, 14167 Berlin, Tel.: 8 111 333, Fax: 84 72 49 77."
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"www.dasjahrbuch.de" (13.02.2003):
"Die Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter wird 'volljährig': Seit 18 Jahren im Bezirk aktiv, erfreut die Laienspielgruppe die Südberliner Theaterbesucher jedes Jahr mit einer neuen Aufführungsreihe. Meist stehen zeitkritische Autoren des 20. Jahrhunderts auf dem Programm des Dutzends Hobbyschauspieler, die ohne Regisseur arbeiten. Auch Bühnenbild, Kostüme und Theatermusik erstellen die 18- bis 52-Jährigen in Eigenregie. — Gegen Verlogenheit und falsche Moral richtet sich die neuste Produktion der Schattenlichter: 'Villa Glückspilz' von John B. Priestley. Weniger bekannt als Priestleys 'Ein Inspektor kommt', das die Schattenlichter 1999 in Zehlendorf-Mitte aufführten, weist 'Villa Glückspilz' (1933) zahlreiche Parallelen auf. — So sind beide Stücke zeitlos gültig und Priestley setzt sich sehr genau mit seinen Charakteren auseinander: Er enthüllt Stück für Stück ihre Verlogenheit, ihr Besitzstandsdenken, ihre Moralvorstellungen und ihren kleinbürgerlichen Geist. Dies gelingt ihm mit Witz und Ironie, aber auch mit spannenden, beinahe kriminalistischen Elementen. Allerdings zählt 'Villa Glückspilz' zu Priestleys frühen Stücken (1933), so dass zum 'Inspektor' (1946) eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen ist. — Zur Handlung: George ist scheinbar ein braver, wohlhabender Geschäftsmann mit langweiligen Hobbys, der in seiner 'Villa Glückspilz' in einem gutbürgerlichen Londoner Vorort lebt. Seine Tochter Elsie beklagt sich über das öde Leben, das ihr ihre spießigen Eltern bieten. Ihr Verlobter sowie ihre Tante und ihr Onkel haben nur ein Ziel: an Georges Geld zu gelangen. Da überrascht sie George mit der Nachricht, sein Vermögen sei nicht ehrenhaft erworben worden. Stimmt das? Und kann man solches Geld annehmen? — Aufgrund des Umbaus des Gemeindehauses verlegten die Schattenlichter ihre Proben- und Aufführungsstätte im vergangenen Jahr von ihrem Gründungsort, dem Paulus-Gemeindehaus am Teltower Damm, in das ebenfalls am Teltower Damm liegende, aber zum Bezirksamt gehörende Haus Teltow (Nr. 228). — Hier wird 'Villa Glückspilz' am 20., 21. und 22. Februar 2003 jeweils um 20 Uhr zu sehen sein. — Mit den Eintrittspreisen von 5 bzw. 3 Euro deckt die Theatergruppe ihre Ausgaben für Bühnenbild, Kostüme, Technik und Werbung. Wer mehr über die Schattenlichter wissen möchte oder sich Kritiken und Fotos vergangener Aufführungen ansehen will, informiere sich im Internet (www.theatergruppe-schattenlichter.de). Wer es lieber herkömmlich mag, kann die Karten ab sofort im Zehlendorfer Kultur-Kiosk (Teltower Damm, Ecke Berliner Straße) und in der Paulus-Küsterei (Teltower Damm 4-8) kaufen. Vorbestellungen sind schon ab sofort unter der Telefonnummer 8 111 333, per Fax unter 84 72 49 77 und per E-Mail unter schattenlichter@gmx.de möglich."
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  "Berliner Abendblatt" (13.02.2003):
"Elsie träumt von der weiten Welt, doch dafür ist kein Platz in ihren spießigen Elternhaus. Das muss die junge Frau (Elke Brumm) erfahren. Doch im Laufe des Theaterstücks 'Villa Glückspilz' gibt es einige Überraschungen für sie und ihre Mutter Dorothy (Sigrid Gan-Lange). Die Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter feiert nun ihre 18. Inszenirung. Mehr dazu auf Seite 2. — Die Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter wird erwachsen: Seit 18 Jahren bringt sie Stücke auf die Bühne — eins pro Jahr. Die neuste Produktion ist die 'Villa Glückspilz' von John B. Priestley. — Zum Inhalt: George ist ein langweiliger Geschäftsmann — scheinbar. Tochter Elsie findet das Leben in ihrem spießigen Elternhaus öde. Doch hinter der brav-bürgerlichen Fassade gibt es Intrigen: Elsies Verlobter, ihre Tante und ihr Onkel wollen sich Georges Geld unter den Nagel reißen. Der teilt der überraschten Familie jedoch mit, dass er sein Vermögen unehrenhaft erworben hat. Was nun? Kann man solches Geld annehmen? Priestley (1894 – 1984) enthüllt die Verlogenheit seiner Charaktere, ihre Bigotterie und Gier. Dies gelingt ihm mit Witz und Ironie, aber auch mit spannenden, fast kriminalistischen Elementen. — Wieder einmal haben die Schattenlichter ein zeitkritisches Stück des 20. Jahrhunderts unter die Lupe genommen. Die 18- bis 52-jährigen Laienschauspieler arbeiten ohne Regisseur; sie entwickeln die Inszenierung gemeinsam — wie Bühnenbild, Kostüme und Musik. Die Vorstellungen sind im 'Haus Teltow', Teltower Damm 228. Termine: 20.–22. Februar, 20 Uhr. Karten kosten fünf, ermäßigt drei Euro. Verkauft werden sie im Kultur-Kiosk an der Ecke Teltower Damm und Berliner Straße. Bestellungen werden entgegengenommen unter Telefon 8 11 13 33 oder E-Mail schattenlichter@gmx.de." (susch)

"Berliner Wochenblatt" (19.02.2003):
"Die Zehlendorfer Schattenlichter werden volljährig: Seit 18 Jahren erfreut die Laienspielgruppe die Südberliner Theaterbesucher jährlich mit einer neuen Aufführungsreihe. Die aktuelle Produktion heißt 'Villa Glückspilz'. Vom 20. bis zum 22. Februar um 20 Uhr geht es im Haus Teltow, Teltower Damm 228, in dem Stück nach John B. Priestley um Verlogenheit und Moral. Telefon: 8 111 333."
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"www.spielart.de" (4/2003):
"Schattenspiele gaben einer Zehlendorfer Laienspielgruppe vor 18 Jahren ihren Namen. Davon haben sich die Schattenlichter inzwischen weit entfernt: Seit 1988 werden abendfüllende Dramen geprobt. Das Besondere an der Arbeitsweise der Schattenlichter ist, dass es keinen Regisseur gibt. In Diskussionen einigt sich die Gruppe auf ein Stück und auf die Interpretationslinie. Die gesamte Erarbeitung dauert ein Jahr. In diesem Rhythmus spielten die Schattenlichter in Zehlendorf bisher 16 Stücke, meist zeitkritische Dramen aus dem 20. Jahrhundert, beispielsweise von Frisch und Dürrenmatt, Ionesco, Ibsen, Shaw und Priestley. — Die Schattenlichter sind vermutlich die einzige Berliner Laienspielgruppe, die ohne Regisseur arbeitet. Die Mitspieler sind von ihrer Arbeitsweise überzeugt. Elke Brumm, mit 17 Jahren Schattenlichter-Erfahrung das dienstälteste Mitglied, erläutert: 'In einer herkömmlichen Gruppe sind die Hauptdarsteller und der Regisseur am wichtigsten. Denn die einen haben den meisten Text gelernt, der andere hat die Stückinterpretation erarbeitet und mit den Schauspielern umgesetzt. Während der Proben heißt das: Hauptdarsteller und Regisseur ackern, während der Rest rumsitzt. — Wenn wir jedoch ohne Regisseur ein Stück einüben, sind aller gleichermaßen daran beteiligt. Denn wer gerade nicht aktiv auf der Bühne steht, beurteilt kritisch das Bühnengeschehen, bringt Ideen, Anregungen und Kritik ein.' Auf diese Weise werde jeder gewissermaßen zu einem Teil-Regisseur. Auch Souffleuse, Beleuchter und Bühnenbildner seien so das ganze Jahr über eingebunden und nähmen regelmäßig an den Proben teil. — Oft wird bezweifelt, dass eine Inszenierung einen roten Faden haben kann, wenn mehrere Köche am Werk sind. Doch das Team der Schattenlichter ist eingespielt: Felix Zemlin und Marco Consiglio sind bereits seit 1988 mit von der Partie, Oliver Koths seit 1992 und Iver Lauermann seit 1994. Die Ideenvielfalt der Gruppenmitglieder führt dazu, dass unterschiedliche Varianten einer Szene ausprobiert werden und die passendste angenommen wird. Das kann länger dauern, als wenn ein Regisseur eine Lösung vorgibt. Aber das nehmen die Schattenlichter gerne in Kauf. Und da zehn Leute mehr Ideen haben als eine einzige Person, erreichen die Schattenlichter meist kurzweilige Inszenierungen. 'Meist liegen wir relativ nahe am Originaltext', stellt Elke Brumm fest. 'Denn niemand hat den Ehrgeiz, den einzelne Regisseure haben können, eine medienwirksame und höchst gewagte Interpretation zu zeigen.' — In der 18-jährigen Geschichte der Schattenlichter gab es eine einzige Inszenierung, die mit einem Regisseur erarbeitet wurde: Frischs 'Andorra' im Jahr 1993. Gruppenmitglied Felix Zemlin erinnert sich: 'Andorra' zählt sicherlich zu unseren anspruchsvolleren Produktionen. Aber es geschah genau das, was wir sonst bewusst vermeiden: Der Regisseur probte mit den Hauptdarstellern; und wer nicht dran war, folgte halbwach dem Geschehen und blieb schließlich den Proben fern. Am Premierentag wurden die Hauptdarsteller und der Regisseur gefeiert, aber bei den übrigen Mitspielern stellte sich der sonst übliche Stolz auf die gemeinsame Inszenierung leider nicht ein.' — Keinen Regisseur zu haben, bedeute jedoch nicht, dass die Nebentätigkeiten eines Regisseur einfach entfallen, betont Felix Zemlin. 'Einige von uns arbeiten viele, viele Stunden im Hintergrund, damit die Gruppe funktioniert.' Einen Löwenanteil tragen Koordination und Organisation, aber auch soziale Aufgaben dürfen nicht vernachlässigt werden. 'Nur wenn jeder verinnerlicht, dass Spielen alleine nicht genug ist, kann eine Gruppe über so viele Jahre zusammengehalten werden', davon ist Felix Zemlin überzeugt. 'Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Eigeninitiative klingen zwar nicht besonders kreativ, werden aber bei jedem Gruppenmitglied benötigt!' — Oft werden die Schattenlichter gefragt, warum sie nur drei Aufführungen im Jahr machen. 'Ganz einfach', sagt Iver Lauermann. 'Theater ist unser Hobby; es soll Spaß machen, aber nicht in Stress ausarten.' So seien eine dreistündige Probe pro Woche und eine Aufführungsreihe pro Jahr genug. 'Drei Aufführungen unterscheiden sich noch stark voneinander', so Iver Lauermann. 'Zehnmal das Gleiche zu spielen, wäre sicherlich nicht mehr so spannend.' — Mindestens ebenso wichtig wie gelungene Aufführungen sind für die Laienspieler kurzweilige Proben und ein kurzweiliges 'Drumherum' — mit Stückauswahl, Textkürzung, Rollenverteilung, Stückdiskussion, Requisitensuche und Bühnenbildgestaltung. 'In dieser Zeit sind wir nicht Theatergruppe, sondern Literaturkreis, Handarbeitszirkel und Baumeistertreff', lacht Iver Lauermann. — Im übrigen will keins der Schattenlichter beruflich ans Theater. Das Hobby ist vielmehr eine Ergänzung oder ein Kontrastprogramm zum beruflichen Alltag der Ingenieure, Naturwissenschaftler, Verwaltungswirte und Mediziner. Jeder bringt sein Können ein: So komponiert Musiklehrer Marco Consiglio seit 1993 die Bühnenmusik und übt sie mit Hobbymusikern ein. Öffentlichkeitsarbeiterin Elke Brumm sorgt für Pressekontakte, Verteilerpflege und die Erstellung des Werbematerials. Gabi Braune, eigentlich Souffleuse der Schattenlichter, hat ein Kosmetik-Diplom und trägt für eine professionelle Maske der Schauspieler Sorge. Und Ingenieur Christof Brumm entwirft seit vier Jahren die Bühnenbilder der Schattenlichter und beleuchtet die Aufführungen. 'Mit wenig Geld ein Stück auf die Beine zu stellen, hat einen besonderen Reiz', findet er. Aber wie schafft man es, Bühnenbild, Requisiten, Technik, Kostüme und Werbung ohne nennenswertes Budget zu erstellen? 'Selbermachen! Pragmatische Lösungen finden! Rumfragen! Den halben eigenen Haushalt ins Bühnenbild integrieren! Wenn sich der Vorhang hebt, staunt so mancher Zuschauer, wie viele Gegenstände auf der Bühne ihm bekannt vorkommen...'
Nicht zuletzt ist Christof Brumm auch der Webmaster der Schattenlichter:
Unter "www.theatergruppe-schattenlichter.de" hat er eine umfangreiche Homepage geschaffen — mit Informationen über die Schattenlichter, Chronik, Pressestimmen, Probenfotos und der Möglichkeit, Theaterkarten online zu bestellen." (Andrea Anders)
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