Chronik

Molière:  "Der Menschenfeind"

Februar/März 1996
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29. Februar, 1. und 2. März 1996: Theateraufführungen (Großer Saal, Gemeindehaus)
Übersetzung: Hans Magnus Enzensberger
Regie: Eigenregie
Musik: Marco Consiglio
Bühnenbild: Oliver Hofacker
Beleuchtung: Michael Heinrich, Kathrin Wever
Organisation: Elke Moews


Szenenbild

  "Lokal-Anzeiger für Zehlendorf" (21.2.1996):
"Das Besondere an der Gruppe: Es gibt keine langen, nervenaufreibenden Machtkämpfe über das Wie und Was mit dem Regisseur, da es keinen gibt. 'Wir einigen uns untereinander auf das Stück und die Interpretationslinie', erklärt Sprecherin Elke Moews. Vielleicht ist dies gar das Geheimnis der Schattenlichter, die sich damit nicht in eingefahrene Darstellungsweisen und Schubladen pressen lassen, sondern in naiver und munterer Art drauflosspielen. — Die Erarbeitung eines Stückes dauert rund ein Jahr. Dies ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass die Theater-Leute nicht nur unermüdlich proben, sondern auch alles selbstmachen. Bühnenbild, Musik, Kostüme und Beleuchtung werden in eigener Regie erarbeitet."
(Stefan Höpfner)

"Der Tagesspiegel" (28.2.1996):
"Selbstständiges Arbeiten ist hoch angeschrieben: Ein Maschinenbaustudent entwirft beispielsweise seit sieben Jahren die Bühnenbilder. Die Kostüme erstellen die Gruppenmitglieder selber. Von einem Musikstudenten wurde die Musik zum Stück komponiert und mit Zehlendorfer Hobbymusikern einstudiert." (Elke Moews)
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  "Berliner Morgenpost" (1.3.1996):
"Eine Laienspielgruppe ist schnell gegründet. Zehn Jahre zu bestehen, ist eine stolze Leistung, die die Zehlendorfer Schattenlichter als geschafft ansehen können. Zum Jubiläum wird im Paulus-Gemeindehaus am Teltower Damm 4—8 'Der Menschenfeind' in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger gespielt. — Als sich die Theatergruppe gründete, wurde gespielt, was der Name vermuten lässt: Schattenspiele. Mittlerweile werden anspruchsvolle Dramen zum Besten gegeben. Das Besondere — es gibt keinen Regisseur. Ob Bühnenbild, Kostüme oder Inszenierung: Die Gruppe von etwa einem Dutzend Mimen im Alter zwischen 19 und 32 Jahren demonstrieren Teamgeist, wenn es um die Erarbeitung ihrer Stücke geht." (Kai)

"Paulusblätter" (4/1996):
"Es wäre ungerecht, würde man einzelne schauspielerische Leistungen besonders hervorheben. Die Rollen geben zu unterschiedlich Raum für Bravouröses, und die verschiedenen Typen sind zu geschickt den Spielern zugeordnet. Umso lohnender ist es, wieder sagen zu können, dass die intensiven Probenarbeiten zum soundsovielen Mal ein Ensemble zusammengeschweißt haben. Durch dieses intensive Zusammenspiel gelingt es auch, Nebenakzente zu setzen. (...) Wie seine Bühnenmusik zustandegekommen ist, hat Marco Consiglio im Programmheft selbst erklärt. Er hat aber verschwiegen, dass eine Art Salonmusik entstanden ist, die sehr gut zu der unaufmerksamen Umtriebigkeit dieser Schickeria passt. Der schwarz gehaltene Bühnenraum mit sparsamen Farbelementen erinnert an Calderóns 'Welttheater'. Diesmal gab es eine schwarz-weiß-rot-goldene Komposition, und bis zum vierten Auftritt im vierten Akt durfte man sich fragen, ob man überinterpretiert. Dann kam es endlich: 'In Deutschland ist es wieder mal so weit.' Sowas macht schon Spaß! — Ein ganz besonderes Lob gilt dem Programmheft. Was von Anfang an zusammengetragen worden und zum Jubiläum ans Licht gebracht worden ist, zeigt, wie viel Ernst immer im Spiel war. Weitermachen!" (Inge Plümacher)

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